Heute ist in Palma Feiertag wegen des Ortsheiligen San Joan. Zu seinen Ehren ziehen am Vorabend ganze Familien-Clans geschlossen ans Meer. Im Sand werden dann Lichter angezündet, es wird gegessen und getrunken und nach 24 Uhr gebadet (meist nur die Füße). Das soll Glück für das nächste Halbjahr bringen. Überall in den Bäckereien gibt es einen speziellen San-Joan-Kuchen. Von der Stadtverwaltung findet gleichzeitig ein Fest mit lauter Musik und den berühmten "Feuerläufen" statt, eine Angelegenheit mit viel Knallerei, die besonders bei der Jugend beliebt ist.
Wir Alten haben lieber ein Trompetenkonzert besucht. Drei Musiker erklärten ihre Instrumente und deren verschiedene Möglichkeiten und Ausdrucksformen. Das Ganze fand im Hof des Es Baluard-Museums statt und war interessant und spannend.
Heute haben wir einen langen Spaziergang durch mehrere Stadtviertel, mehr oder weniger bekannt, unternommen. Kaffee, Eis und Bier in diversen Bars waren unsere Wegzehrung, denn bei diesem tollen, aber heißen Wetter (30 Grad), mahnte sogar das spanische Gesundheitsministerium, genug Flüssigkeit zu sich zu
nehmen.
Denkmal in einem unbekannten StadtteilIn den letzten Tagen hat sich vor unseren Augen ein echtes Tierdrama abgespielt. Es ging um das Möwenpaar mit den zwei Kindern. Eins der Jungen war bei Flugversuchen plötzlich auf einem Nachbardach gelandet und kam nicht mehr zurück. Erst tauchte es noch ein paar Dächer weiter auf, dann war es ganz verschwunden. Ob die Eltern es irgendwo noch versorgen konnten, haben wir nicht festgestellt. Das übrig gebliebene Möwchen - gleichfalls seit unserer Ankunft mächtig gewachsen - machte währenddessen auch die tollsten Flugversuche. Offensichtlich mit Erfolg. Seit heute morgen ist es gleichfalls verschwunden und mit ihm auch die Möwen-Eltern. Ein Vorteil ist allerdings, dass mit ihnen auch ihr Geschrei verschwunden ist.
Der letzte Übungsflug(Scherzfrage für die Enkel: Was ist der wärmste Vogel? Entschuldigung!)
Übrigens ist uns aufgefallen, dass bei den neu eröffneten Kneipen und auch angekündigten Eröffnungen überdurchschnittlich viele italienische Restaurants sind. Die Besitzer sind wohl mehrheitlich Einheimische, denn so viele Italiener leben hier gar nicht. Wahrscheinlich hat sich rumgesprochen, dass die Touristen eher italienische als spanische Küche bevorzugen. Außerdem lässt sich Pizzateig aus Mehl, Wasser und Hefe recht preiswert zusammenkneten.

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